Archiv für 20. Oktober 2008

20
Okt
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Müller Milch produziert Gen-Milch

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am 11.03.2008 entschieden, dass die Umweltschutzorganisation Greenpeace Produkte des Molkereiunternehmens Theo Müller GmbH & Co. KG auch weiterhin als Gen-Milch bezeichnen darf. Damit bestätigt das BGH ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln, das Greenpeace die Verwendung des Begriffs bereits erlaubt hatte. Mit seinem Urteil stärkt der Bundesgerichtshof das Recht auf Meinungsfreiheit und Transparenz. Verbraucher wollen wissen, welche Unternehmen Milch von Kühen verarbeiten, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden und damit Gen-Milch herstellen. Weitere Informationen von Greenpeace.

Quelle: Greenpeace

Und hier noch eine schöne Geschichte über Herrn Müller:

Das auf dem Bild, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt. 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte. Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller?

In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen. Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt – dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen – dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller. Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschliessen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff “soziale Verantwortung” noch eine Bedeutung hat.

Quelle: ver.di Arbeiter.Blog

Und hier die Stellungnahme von Herrn Müller:

In der Rundmail “Eine schöne Geschichte über Herrn Müller” wird behauptet, mit der Errichtung des Werkes Leppersdorf und mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 70 Mio. Euro seien 17 Arbeitsplätze vernichtet worden. Das entspricht nicht der Wahrheit! Die Wahrheit ist, dass mit dem Bau von Europas größter und modernster Molkerei mittlerweile insgesamt 1760 Menschen eine Arbeitsstelle gefunden haben. Damit ist die Unternehmensgruppe Theo Müller einer der größten Arbeitgeber in der Region, erzielt entgegen dem derzeitigen Trend Wachstum und schafft stabile Arbeitsplätze. Aus wirtschaftlichen Gründen war es sinnvoll, die sächsische Molkerei und die niedersächsische Käserei an einem Standort zusammen zu legen. Das machen andere Unternehmen auch, nur verlagern die meisten Unternehmen die Arbeitsplätze ins Ausland und nicht in strukturschwächere Gebiete Deutschlands. Durch die Verlagerung in eine neue, modernere Produktion wurde weiterhin die Produktqualität und -sicherheit in einem Maße verbessert, wie es am Standort Vienenburg durch die dort fehlende Milchverarbeitung nicht möglich gewesen wäre – und ein hochwertiges Qualitätsprodukt sichert natürlich auch langfristig Arbeitsplätze. Alle Mitarbeiter in Vienenburg haben ein Übernahmeangebot erhalten, zugegebenermaßen in einen 300 km entfernten Standort. Allein in den letzten 3 Jahren wurden im Werk Leppersdorf 500 neue Arbeitsplätze geschaffen und 70 Ausbildungsplätze für Jugendliche mit nahezu vollständiger Übernahmequote. Betrachtet man auch die indirekten Arbeitsplätze so können wir 300 weitere Arbeitsplätze (inkl. Zeitarbeitnehmern) dazurechnen. Das Investment der Unternehmensgruppe Theo Müller betrug in den letzten 3 Jahren 300 Mio. Euro, allein in der Region Sachsen. Die staatlichen Subventionen von 40 Mio. Euro zuzüglich der 30 Mio. Euro aus dem EU Haushalt sind Zuschüsse, die jeder Unternehmer erhält, der in den neuen Bundesländern Arbeitsplätze schafft. Für die meisten Unternehmen ist es dennoch günstiger, im Ausland produzieren zu lassen. Das sieht die Unternehmensgruppe Theo Müller anders und engagiert sich für den Standort Deutschland. Dazu gehört, neben der Schaffung der 1.760 Arbeitsplätze in enger und kooperativer Zusammenarbeit mit den Staatsministerien und Behörden in Sachsen, auch die Abnahme der Milch aus der Region sowie Auftragsvergaben an Baufirmen, Maschinenbauer, Handwerksbetriebe etc. Unsere Arbeitnehmer stellen nicht nur Milchprodukte für den deutschen Markt her, wir exportieren auch in benachbarte Länder und garantieren dabei höchste Qualität und Frische.

Ist Milch für eine gesunde Ernährung überhaupt erforderlich?

Der Konsum von Milchprodukten (Milch, Käse, Butter, Sahne, Joghurt u.s.w.) ist für uns etwas völlig normales. Aus der Werbung erfahren wir, dass Milch eine wichtige Kalziumquelle ist und somit einen ganz besonderen Stellenwert in unserer Ernährung hat. Die Milch macht’s, lautet die Botschaft.

Die meisten Menschen machen sich aber überhaupt keine Gedanken darüber, wie diese riesigen Mengen an Milch produziert werden und gehen davon aus, dass es für eine Milchkuh völlig natürlich ist, permanent Milch zu geben. Dabei wissen Sie überhaupt nicht oder blenden es völlig aus, dass eine Kuh nur Milch geben kann, wenn sie schwanger war und ein Kalb geboren hat.

Wenn man mal darüber nachdenkt, dass jedes Säugetier und somit auch der Mensch, Milch eigentlich nur für eine beschränkte Zeit zur Ernährung ihrer Babys produziert, dann ist es doch verwunderlich, wie Kühe bis zu 6.000 kg Milch abgeben können. Dies kann nur deshalb funktionieren, weil die Kühe permanent schwanger gehalten werden, um die größtmögliche Milchausbeute zu erzielen. Dass hierbei Hormonpräparate, Antibiotika und Gentechnik zum Einsatz kommt, dürfte wohl jedem klar sein. Weil das aber noch nicht reicht, wird die Milch dann auch noch pasteurisiert und homogenisiert.

Wir sollten auch mal darüber nachdenken, warum der Mensch das einzigste Säugetier auf diesem Planeten ist, das auch noch nach der Entwöhnungsphase weiterhin und vor allem artfremde Milch trinkt. Inzwischen wird auch in Fachkreisen darüber diskutiert, ob nicht ein Teil unserer Zivilisationskrankheiten auf den Konsum von Milchprodukten zurück zu führen ist.

Wer mal hinter die Kulissen der Milchindustrie schauen möchte, dem empfehle ich das Buch Der Murks mit der Milch von Max Otto Bruker und Mathias Jung oder die folgenden Links mit weiteren Informationen rund um das Thema Milch:

Milch den Kühen

Milchlos




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