Das DICK ist in Esslingen am Neckar ein altes Fabrikgebäude aus dem Jahr 1889, das etwa 1997 in ein Freizeit- und Erlebniscenter umfunktioniert wurde. Es steht unter Denkmalschutz und bietet auf 22.000 Quadratmetern Freizeiteinrichtungen und Dienstleistungen. Wer die Eigendarstellung weiterliest, sieht auch, dass viel Wert aufs Ambiente gelegt wird. In der Tat sind im DICK viele Geschäfte aus den Bereichen Sport, Unterhaltung, Shopping, Weiterbildung, Dienstleistung und vor allem der Gastronomie zu finden.
Seit einigen Wochen nun gibt es im Haupteingang allerdings eine Überwachungskamera mit riesigem Monitor (Fotos unten). Wer zur Tür hereinkommt, kann sich selbst auf einem Flatscreen beobachten. Was das bewirken soll, ist uns allen klar, wird aber öffentlich nicht erwähnt. Ob eine Aufzeichnung oder Gesichtserkennung erfolgt, ist nicht ersichtlich, offizielle Informationen gibt es nicht. Niemand hat berichtet.
Obgleich Videoüberwachung nun nichts besonderes ist, ist dieser Fall aber eine neue Form der Überwachung. So demonstrativ werden Überwachungsmaßnahmen selten gezeigt. Andere Kameras wie z. B. in der Bahn werden unauffällig plaziert. Hier wird jedoch nicht nur die Kamera jedem Besucher ins Gesicht springen, sondern auch der Monitor, auf dem man sich selbst sehen kann. Das kann ist ganz schön affig. Auffällig ist auch, dass alle anderen Ein- und Ausgänge des Gebäudekomplexes völlig ohne Kameras ausgestattet sind. – Oder ist das eine List, damit man dort ein- und ausgeht, und dort sind dann die Nacktscanner versteckt?! Sicher nicht, wir wollen dem Betreiber hier mal nicht zu viel unterstellen.
Wir kennen den schleichenden Einzug von Überwachung; was ich noch nicht kannte ist die Offensichtlichkeit und Selbstverständlichkeit, mit der diese Maßnahmen nun umgesetzt werden. Nun will man uns an die Überwachung gewöhnen, als sei sie eine Selbstverständlichkeit.
Die Auskunft des Inhabers Heinz Lochmann, Eigentümer des DICK und Betreiber der Grundstücks- Vermietungsgesellschaft, war mal konkret, im wesentlichen aber sehr schwammig:
- Die Geräte im Eingang des Dick zeichnen immer nur einen Tag lang auf und löschen die Aufnahmen dann, weil sie in der Regel nicht gebraucht werden. (Wozu zeichnen sie dann überhaupt auf?)
- Angeschafft wurden die Geräte vom Eigentümer, also von Lochmann selbst, nicht von einzelnen Gewerbetreibenden die im Dick Mieter sind. (Keines der anliegenden Geschäfte wurde um Einverständnis gebeten?)
- Der Grund für die Maßnahme ist angeblich, dass Jugendliche nach nächtlicher Disco abgeschreckt werden sollen. Außerdem soll die Polizei nicht mittellos sein, wenn es darauf ankommt, so Lochmann. Andererseits stimmte mir Herr Lochmann zu, dass beim Dick eigentlich nur vernünftige Leute anzutreffen sind. Er sagte, es ginge „nur“ um ca. 4-5 Personen, die Schwierigkeiten machten. (Wenn die Personen doch bekannt sind, warum wird dann Videoüberwachung für alle eingerichtet?)
- Ob es dabei um Straftaten, Körperverletzung oder sonstwas geht, wollte Herr Lochmann nicht sagen.
- Kamera und Bildschirm sind auf und in privatem Besitz. Prinzipiell kann Herr Lohmann also machen was er will.
Wie sind die hohen Kosten gerechtfertigt, wenn die Kamera nur für ganz wenige Leute angeschafft wurde? Hätte man dieses Geld nicht besser in freundliches Personal investieren können? Darauf erhoffe ich mir natürlich keine Antwort. Ihr kennt ähnliche Fälle in Eurer Stadt? Dann schreibt darüber, denn die Zeitungen berichten i.d.R. nicht.












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