20
Okt
08

Müller Milch produziert Gen-Milch

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am 11.03.2008 entschieden, dass die Umweltschutzorganisation Greenpeace Produkte des Molkereiunternehmens Theo Müller GmbH & Co. KG auch weiterhin als Gen-Milch bezeichnen darf. Damit bestätigt das BGH ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln, das Greenpeace die Verwendung des Begriffs bereits erlaubt hatte. Mit seinem Urteil stärkt der Bundesgerichtshof das Recht auf Meinungsfreiheit und Transparenz. Verbraucher wollen wissen, welche Unternehmen Milch von Kühen verarbeiten, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden und damit Gen-Milch herstellen. Weitere Informationen von Greenpeace.

Quelle: Greenpeace

Und hier noch eine schöne Geschichte über Herrn Müller:

Das auf dem Bild, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt. 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte. Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller?

In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen. Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt – dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen – dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller. Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschliessen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff „soziale Verantwortung“ noch eine Bedeutung hat.

Quelle: ver.di Arbeiter.Blog

Und hier die Stellungnahme von Herrn Müller:

In der Rundmail „Eine schöne Geschichte über Herrn Müller“ wird behauptet, mit der Errichtung des Werkes Leppersdorf und mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von 70 Mio. Euro seien 17 Arbeitsplätze vernichtet worden. Das entspricht nicht der Wahrheit! Die Wahrheit ist, dass mit dem Bau von Europas größter und modernster Molkerei mittlerweile insgesamt 1760 Menschen eine Arbeitsstelle gefunden haben. Damit ist die Unternehmensgruppe Theo Müller einer der größten Arbeitgeber in der Region, erzielt entgegen dem derzeitigen Trend Wachstum und schafft stabile Arbeitsplätze. Aus wirtschaftlichen Gründen war es sinnvoll, die sächsische Molkerei und die niedersächsische Käserei an einem Standort zusammen zu legen. Das machen andere Unternehmen auch, nur verlagern die meisten Unternehmen die Arbeitsplätze ins Ausland und nicht in strukturschwächere Gebiete Deutschlands. Durch die Verlagerung in eine neue, modernere Produktion wurde weiterhin die Produktqualität und -sicherheit in einem Maße verbessert, wie es am Standort Vienenburg durch die dort fehlende Milchverarbeitung nicht möglich gewesen wäre – und ein hochwertiges Qualitätsprodukt sichert natürlich auch langfristig Arbeitsplätze. Alle Mitarbeiter in Vienenburg haben ein Übernahmeangebot erhalten, zugegebenermaßen in einen 300 km entfernten Standort. Allein in den letzten 3 Jahren wurden im Werk Leppersdorf 500 neue Arbeitsplätze geschaffen und 70 Ausbildungsplätze für Jugendliche mit nahezu vollständiger Übernahmequote. Betrachtet man auch die indirekten Arbeitsplätze so können wir 300 weitere Arbeitsplätze (inkl. Zeitarbeitnehmern) dazurechnen. Das Investment der Unternehmensgruppe Theo Müller betrug in den letzten 3 Jahren 300 Mio. Euro, allein in der Region Sachsen. Die staatlichen Subventionen von 40 Mio. Euro zuzüglich der 30 Mio. Euro aus dem EU Haushalt sind Zuschüsse, die jeder Unternehmer erhält, der in den neuen Bundesländern Arbeitsplätze schafft. Für die meisten Unternehmen ist es dennoch günstiger, im Ausland produzieren zu lassen. Das sieht die Unternehmensgruppe Theo Müller anders und engagiert sich für den Standort Deutschland. Dazu gehört, neben der Schaffung der 1.760 Arbeitsplätze in enger und kooperativer Zusammenarbeit mit den Staatsministerien und Behörden in Sachsen, auch die Abnahme der Milch aus der Region sowie Auftragsvergaben an Baufirmen, Maschinenbauer, Handwerksbetriebe etc. Unsere Arbeitnehmer stellen nicht nur Milchprodukte für den deutschen Markt her, wir exportieren auch in benachbarte Länder und garantieren dabei höchste Qualität und Frische.

Ist Milch für eine gesunde Ernährung überhaupt erforderlich?

Der Konsum von Milchprodukten (Milch, Käse, Butter, Sahne, Joghurt u.s.w.) ist für uns etwas völlig normales. Aus der Werbung erfahren wir, dass Milch eine wichtige Kalziumquelle ist und somit einen ganz besonderen Stellenwert in unserer Ernährung hat. Die Milch macht’s, lautet die Botschaft.

Die meisten Menschen machen sich aber überhaupt keine Gedanken darüber, wie diese riesigen Mengen an Milch produziert werden und gehen davon aus, dass es für eine Milchkuh völlig natürlich ist, permanent Milch zu geben. Dabei wissen Sie überhaupt nicht oder blenden es völlig aus, dass eine Kuh nur Milch geben kann, wenn sie schwanger war und ein Kalb geboren hat.

Wenn man mal darüber nachdenkt, dass jedes Säugetier und somit auch der Mensch, Milch eigentlich nur für eine beschränkte Zeit zur Ernährung ihrer Babys produziert, dann ist es doch verwunderlich, wie Kühe bis zu 6.000 kg Milch abgeben können. Dies kann nur deshalb funktionieren, weil die Kühe permanent schwanger gehalten werden, um die größtmögliche Milchausbeute zu erzielen. Dass hierbei Hormonpräparate, Antibiotika und Gentechnik zum Einsatz kommt, dürfte wohl jedem klar sein. Weil das aber noch nicht reicht, wird die Milch dann auch noch pasteurisiert und homogenisiert.

Wir sollten auch mal darüber nachdenken, warum der Mensch das einzigste Säugetier auf diesem Planeten ist, das auch noch nach der Entwöhnungsphase weiterhin und vor allem artfremde Milch trinkt. Inzwischen wird auch in Fachkreisen darüber diskutiert, ob nicht ein Teil unserer Zivilisationskrankheiten auf den Konsum von Milchprodukten zurück zu führen ist.

Wer mal hinter die Kulissen der Milchindustrie schauen möchte, dem empfehle ich das Buch Der Murks mit der Milch von Max Otto Bruker und Mathias Jung oder die folgenden Links mit weiteren Informationen rund um das Thema Milch:

Milch den Kühen

Milchlos

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7 Responses to “Müller Milch produziert Gen-Milch”


  1. 1 Mikel
    23. Oktober 2008 um 15:38

    Zitat: „…können wir 300 weitere Arbeitsplätze (inkl. Zeitarbeitnehmern)…“
    Und wiviel bekommen die Zeitarbeitsfirmen – SKLAVEN?????
    Allen in Thüringen sind mindestens 2 Dutzend Zeitarbeitsfirmen=Sklaventreiberfirmen, die stolze 3,5o€ Brutto die Stunde zahlen!!
    Die etwas „anständigeren“ zahlen dann doch schon 5,11€ Brutto.
    p.s.: Welcher Idiot hat dem Müller – Milch eigentlich erlaubt hier auch noch seine Gegendarstellung zu verbreite??
    Genau der ist einer derjenigen, die mit den Medienmonopolisten im gleichen Boot sitzen, die zensieren, anderen das Wort verbieten und Gegendarstellen verfälschen oder erst 10 Monate später veröffentlichen!!!!!!!

  2. 2 lukeskywatcher
    24. Oktober 2008 um 08:51

    Hallo Mikel,
    der Idiot der die Gegendarstellung hier eingestellt hat bin ich und habe das auch mit voller Absicht gemacht. Wie Du vielleicht bemerkt hast, möchten wir mit diesem Blog erreichen, dass die Menschen sich selbst eine Meinung bilden und um das tun zu können, müssen zwei oder mehr Meinungen, Ansichten oder Informationen vorhanden sein. Sonst würden wir uns von den Massenmedien oder den vielen anderen Seiten im Netz, die nur ihre eigene Ansicht als absolute Wahrheit gelten lassen, nicht unterscheiden. Auch wenn viele noch „schlafen“ und erst langsam mitbekommen, was tatsächlich auf dieser Welt abläuft, so sollten doch alle die Möglichkeit bekommen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dies können Sie aber erst ab dem Zeitpunkt an dem sie bemerken, dass es außerhalb des Mainstreams noch andere Informationen gibt. Und dann muss jeder für sich entscheiden, was für ihn stimmig ist. Wenn also jemand weiterhin seine Müller Milch trinken möchte und somit die Firmenpolitik unterstützt, dann soll er das doch tun und wer kritisch oder neugierig geworden ist, der kann sich doch im Netz noch weitere Informationen einholen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Leser des Artikels die enthaltenen Informationen, trotz oder gerade auch wegen der Stellungnahme von Müller Milch, richtig einordnen können und beim nächsten Einkauf die richtige Entscheidung treffen werden.

  3. 3 sacky
    14. November 2008 um 09:43

    „Ist Milch für eine gesunde Ernährung überhaupt erforderlich?“

    gehts noch ?
    also, ich bin 20 jahr alt, und bin landwirt, und ich habe hier 26 kühe (ca. 55 tiere insgesamt, mit kälbern usw.), auf unserem familienbetrieb in nordbayern (betriebsgrößen schwanken hier zwischen 20 und 150 kühen)

    ich bin gut ausgebildet, und grundsätzlich gegen den einsatz von gentechnik, hormonen und dem anderen zeugs, das hier beschrieben wird, weil es auf dauer die gesundheit und nachhaltigkeit unserer kulturlandschaft, und unseren vertvollen milchviehrassen zunichte macht, ganz einfach.

    sorry wenn ich aber so einen scheiß lese, wird krieg ich nen dicken hals:

    „Wenn man mal darüber nachdenkt, dass jedes Säugetier und somit auch der Mensch, Milch eigentlich nur für eine beschränkte Zeit zur Ernährung ihrer Babys produziert, dann ist es doch verwunderlich, wie Kühe bis zu 6.000 kg Milch abgeben können. Dies kann nur deshalb funktionieren, weil die Kühe permanent schwanger gehalten werden, um die größtmögliche Milchausbeute zu erzielen. Dass hierbei Hormonpräparate, Antibiotika und Gentechnik zum Einsatz kommt, dürfte wohl jedem klar sein. Weil das aber noch nicht reicht, wird die Milch dann auch noch pasteurisiert und homogenisiert. “

    1. Kühe geben auf hochleistungsbetrieben bis zu 11.000 liter milch pro kuh pro jahr, natürlich unter einsatz von viel hygiene, kuhkomfort (weiche liegeplätze, gute belüftung, automatische kuhbürsten), und optimaler fütterung (frisches futter mit idealem eiweiß-energieverhältnis)

    das wurde erreicht durch züchtungsfortschritt, und erkenntnis der SEHR komplizierten verdauungsvorgänge in einer kuh, und die darauf entwickelte fütterungsarten und komponenten (benötigte menge an eiweiß, energie, spurenelementen, pansenstabilem eiweiß usw.)

    die kühe leiden darunter keineswegs, weil gequälte oder „unglückliche“ kühe würden niemals so gute leistungen erbringen, wenn ihr wohlbefinden nicht gut wäre… das ist bei uns menschen doch genauso.. wenn das klima in der arbeit passt, sind wir bereit mehr zu leisten !!

    2. kühe geben bei optimaler gesundheit 1 mal pro jahr ein kalb, (tragezeit 285 tage), nach ca. 3-6 wochen setzt der zyklus wieder ein, und die kuh kann erneut besamt werden.
    dass hierbei wie vom oben beschrieben „hierbei Hormonpräparate, Antibiotika und Gentechnik zum Einsatz“ kommen ist also zumindest in Deutschland NICHT so.

    Wie es in Amerika, oder China mit sowas aussieht weis ich leider nicht… aber bei uns hier gibt es sowas nicht ! Tierhalteverordnung, Milchgüteverordnung.. und alle möglichen Veterinärgesetze garantieren dass !!

    das einzige manko ist, dass der Bauer nicht genau weis, was in Milchleistungs-mischfuttern wirklich enthalten ist. Bestimmte Komponenten dieser zugekauften Mischfutter sind zum Beispiel Soja (aus USA oder Südamerika), da kann niemand genau nachprüfen, ob das vielleicht gentechnisch verändert ist. aber das trifft den Bauer auch zunächst mal selbst, weil dann vielleicht irgendwann die Tiergesundheit seiner Kühe nachlässt, bzw. Unfruchtbarkeit ansteigt…

    3. Pasteurisieren ist doch nur die Haltbarkeit-Machung von Milch indem sie kurzzeitig auf ca. 70 grad erhitzt wird, also „Abkochen“ halt…. daran ist nichts schlimmes

    Homogenisieren bedeutet lediglich, dass die feinen Fett und Eiweißbestandteile in der Milch gleichmäßig verteilt werden

    im übrigen werden diese verfahren in der Molkerei angewandt, und Nicht beim Bauern. der MUSS die milch gekühlt (4 °C) und einem bestimmten Keim-gehalt (Maximum 50.000 Keime pro Milliliter) abliefern.

    also lukeskywatcher: erst gut informieren/recherchieren, und DANN Bloggen, nicht andersrum

  4. 4 lukeskywatcher
    14. November 2008 um 13:09

    Hallo Sacky,

    vielen Dank für den Kommentar. Ich kann verstehen, dass dieser Artikel für jemand der aus Überzeugung Landwirt ist, nicht gerade auf positive Resonanz stößt und möchte noch einige Sachen anmerken:

    Das was Du unter 1. schreibst, hört sich für mich leider nicht so an, als ob es da um Lebewesen, sondern um Maschinen geht (Hochleistungsbetrieb, viel Hygiene, automatische Kuhbürsten, auf Erkenntnis der sehr komplizierten Verdauungsvorgänge entwickelte Fütterungsarten und Komponenten). Mir ist klar, dass die Landwirte im Marktgeschehen auf der untersten Ebene stehen und im Existenzkampf dazu gezwungen werden, die Wirtschaftlichkeit immer weiter zu optimieren. Aber um welchen Preis?

    Zum Thema Pasteurisieren und Homogenisieren empfehle ich das im Artikel genannte Buch oder einfach mal im Internet suchen. Wie bei allem gibt es auch hier PRO und CONTRA und dabei muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

    Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt, weil ich vor einigen Jahren schwer erkrankt bin und von der Schulmedizin, der ich bis zu diesem Zeitpunkt blind vertraut habe, keine Hilfe mehr erwarten konnte. In meiner Not habe ich mich selbst nach alternativen Behandlungsmethoden erkundigt, viel im Internet gesurft und viele Bücher gelesen u. a. das Buch „Der Murks mit der Milch“, das mir eine andere Sicht der Dinge vermittelt hat und mir die Hoffnung gab, durch die Änderung meiner Ernährungsgewohnheiten auch meine Krankheit in den Griff zu bekommen. Einen Versuch war es wert, obwohl ich seit meiner Kindheit gerne und viel Milch getrunken habe und ein großer Fan von Joghurt, Sahne und Pudding war. Mich von diesen Gewohnheiten zu trennen war sehr schwer, aber zusammen mit anderen Maßnahmen (Verzicht auf Fertigprodukte mit dem Geschmacksverstärker Glutamat, keine zucker- oder süssstoffhaltigen Limonaden mit Aspertam sowie weniger Fleisch und Wurst) habe ich tatsächlich das geschafft, was die Schulmedizin nicht konnte. ICH BIN WIEDER GESUND!!

    Aus diesen persönlichen Erfahrungen hat sich meine eigene Meinung gebildet, dass Milch für eine gesunde Ernährung des erwachsenen Menschen nicht erforderlich ist und sogar die Ursache für bestimmte Erkrankungen sein kann. Auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen an Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden (Zitat Wikipedia: … für den größten Teil der Weltbevölkerung ist das der Normalfall …), bestärken mich darin. In den asiatischen Ländern leiden über 90% der Bevölkerung daran und ich konnte es kaum glauben, als vor einigen Monaten in der Presse berichtet wurde, dass in diesen Ländern der Konsum von Milchprodukten massiv angestiegen sei. Menschen, bei denen Milchprodukte in der Ernährung bisher keine Rolle gespielt haben (warum wohl?), werden plötzlich zu begeisterten Milchkonsumenten. Ich ziehe meinen Hut vor der Marketingleistung der Milchlobby. Aber auch die Ärzte und die Pharmakonzerne werden von diesem riesigen Markt profitieren, wenn diese Menschen irgendwann mit Blähungen, Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfällen (Symptome der Laktoseintoleranz) nach Hilfe suchen und ihnen dann niemand sagt, dass die Milchprodukte dafür verantwortlich sind. Das ist ungefähr so, wie wenn man einem Allergiker in schönen Bildern impliziert, wie schön es doch im Frühling inmitten einer Blumenwiese ist und ihm dann Präparate gegen diesen unangenehmen Heuschnupfen verkauft.

    Was unter einer guten Ausbildung zu verstehen ist, ist Definitionssache und man muss fragen, wem diese gute Ausbildung am meisten nutzt. Dabei ist es völlig egal, ob es um ein Hochschulstudium, um eine Berufsausbildung oder um die normale Schulbildung geht. Das was dort gelehrt wird, wird meistens ungeprüft als Wahrheit übernommen, ständig wiederholt und somit in die Gesellschaft implementiert. Kritisches Nachfragen oder andere Ansichten sind unerwünscht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf (speziell in der Medizin). Dies ist aber kein Phänomen unserer heutigen Zeit, denn schon Goethe hat erkannt:

    „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.”

    Ich bin mir wohl bewusst, was es für viele Wirtschaftszweige bedeuten würde, wenn bestimmte Wahrheiten an die Öffentlichkeit gelangen würden und viele Menschen, die im guten Glauben einer bestimmten Tätigkeit nachgegangen sind oder aus Überzeugung hochwertige Produkte hergestellt haben, von heute auf morgen ihrer Existenz beraubt würden und ihr Weltbild zusammenbricht. Doch wohin führt uns dieser Weg, wenn sich die Menschen immer weiter vom Natürlichen entfernen? Wir haben nicht mehr viel Zeit und jeder muss für sich entscheiden, welchen Weg in die Zukunft er gehen will. Dieser Weg wird so oder so unbequem und steinig sein, weil etwas neues nur entstehen kann, wenn das Alte zusammenbricht, wenn wir uns nicht länger manipulieren und gegeneinader ausspielen lassen und JEDER wieder für sich selbst und für die Gemeinschaft VERANTWORTUNG übernimmt.

  5. 5 sacky
    15. November 2008 um 19:53

    ja, du hast recht, die Kühe (und Schweine und geflügel auch) werden immer mehr zu „melkmaschinen“ und fleischmaschinen, und „waren“…
    die spitzenbetriebe melken zwar 11.000 liter milch pro jahr im schnitt.. aber der durchschnitt der betrieben liegt bei ca. 7.000 liter pro jahr
    die durchschnittliche kuhzahl pro betrieb liegt soviel ich weiß bei ca. 35 kühen

    diese ganze entwicklung resultierte daraus, dass die erzeugerpreise sanken, in dem maße, in dem sich discounter entwickelten, molkereien fusionierten, und billig-importe , und so weiter..

    deshalb versuchen fast alle bauern , wenn sie können , zu wachsen, und so mehr wirtschaftlichkeit herauszuholen.
    viele betriebe hören auf (die kleinen), und die zukunfts-betriebe stockten kräftig auf.
    deswegen blieben die kuhzahlen in den letzten jahren fast konstant

    hmm.. was du für eine krankheit hattest weis ich jetzt nicht, und ich hab mich auch noch nicht mit den nebenwirkungen unseres über-konsums befasst… aber das diese konservierungsstoffe irgendwelche auswirkungen haben müssen, leuchtet ein

    dass die milch plötzlich nach china und überall hin exportiert wird… ist sicher ein problem, für die leute die dort keine milch vertragen, und bisher nur reis und fisch oder so gegessen haben.
    der ist dran schuld ? der morderne lebensstil ! der konsumterror, der uns vorgaukelt, wir sind nur richtige menschen, wenn wir uns alles leisten können !

    es gibt sicher auch in den reihen der milchbauern viele schwarze schafe, die auf teufel komm raus füttern+melken, und ihre quote überliefern, und jahr für jahr hoffen , dass sie keine strafe zahlen müssen. das ist das problem, überangebot = niedrige erzeugerpreise

    die EU reguliert aber auch die quoten, und die milchindustrie-lobby (NICHT die Bauern) flüstern diesen dummen EU-Bürokraten (die noch nie einen stall von innen gesehen haben), und „volksvertretern“ ins ohr, was sie für entscheidungen treffen müssen (ständige anhebung der quote, usw.) dafür, dass die bauern wenig einfluss auf den milchpreis haben, und praktisch den molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ausgeliefert sind.
    die nutzen nämlich jedes überangebot schamlos aus, und verramschen dann die milch für 60 cent zum beispiel (Viel billiger als wasser.. wohlgemerkt)

    der optimale bauer sieht für die molkereien nämlich so aus: Melkt VIEL Milch, überliefert jedes jahr, hält ansonsten sein Maul und regt sich nicht auf, und schiebt die schuld an den schlechten milchpreisen dem Nachbars-bauer zu, oder den italienern die gewaltig überliefern, jedes jahr.

    ich stell mir oft die frage: sind die kühe das melkvieh, oder die Bauern selbst ??
    hier schau dir mal die seite vom BDM an, der verband, der den milchstreik im sommer anzettelte.
    die vertreten wirklich die interessen der milcherzeuger UND der verbraucher

    http://www.bdm-verband.org/

    zu meiner ausbildung: ich hab die Landwirts-gesellenprüfung mit 1,6 abgeschlossen,.. gut , dass ist noch steigerungsfähig (meisterprüfung), aber ich wollte damit ausdrücken, dass ich mich schon auskenne

    dass uns bei der Ausbildung nicht immer die Wahrheit und die optimale lösung im sinne des gemeinwohles vermittelt wird, ist klar. jeder berufsstand vertritt seine interessen.
    und uns wurde halt in der ausbildung hauptsächlich vermittelt, wie man eine kuh füttert, damit sie gesund bleibt, und viel milch gibt, und lange lebt.

    marktgeschehen und ernährungsphysiologische aspekte beim mensch (im zusammenhang mit milch) gabs kaum.

    naja… ich sags mal so. die meisten menschen vertragen milch, sonst wär sie nicht so beliebt
    milch ist ein symbol für reinheit, und die deutsche milch ist qualitativ die beste.
    denn die bauern werden streng kontrolliert, nach den milchinhaltsstoffen (antibiotika MUSS negativ sein, fettgehalt, eiweißgehalt, gefrierpunkt, harnstoffgehalt, zell-gehalt, keimgehalt, abholtemperatur), ich kann ein liedchen davon singen.
    dazu kommen betriebskontrollen (ca. 1 kontrolle pro betrieb pro jahr) und ca. 4 milchproben pro monat.
    hat die milch beispielweise von 2 proben hintereinander einen keimbehalt von über 50.000 keimen pro ml, dann verliert man den qualitätszuschlag, und wenns ganz dick kommt, darf man solange keine milch liefern, wie man nciht beweisen kann, (durch neue proben), dass die milch einwandfrei ist. dieser schaden kann bei meiner betriebsgröße beispielweise (eher kleiner betrieb) mit ca. 450 l erzeugter milch pro tag, schnell in die tausende gehen,
    daher muss die milchkühlung, und die reinigung der rohre einwandfrei und zuverlässig sein.

    zurück zum milchtrinken..
    man kanns auch übertreiben und 2 liter jeden tag trinken. dann verträgts halt der eine ncihtmehr so gut.
    aber jetz da bücher zu schreiben und zu schreien : MILCH ist giftig und schlecht, keiner braucht sie !!
    is schon a weng weit hergeholt, oder ??
    schließlich sagt schon die bibel, milch ist absolut wertvoll

  6. 6 Michael
    7. März 2009 um 22:34

    ich kaufe seit 2003 keine müller-milch produkte mehr.
    seit 2008 keine nokia-produkte.
    nachdem erdinger seine preise um mehr als 3 Euro pro kasten bier erhöht hat auch kein erdinger-bier mehr.
    bei mc-donalds, seitdem der bigmäc 3,29 kostet, haben die mich dort auch nicht mehr gesehen.
    ich habe mich in deutschland so ziemlich von allen zurückgezogen und gebe mein geld lieber im ausland aus.
    einen vw golf für 28.000 euro?, nein, dann doch lieber einen ford mustang v6 premium für 26.000 Euro (achja da ist die umrüstung auf lpg-gas schon dabei) da habe ich mehr auto für weniger geld.
    achja: was ist der unterschied zwischen einem reichen und einem armen deutschen bauern?….der arme wäscht seinen mercedes selber….

  7. 7 AntiMüller
    7. August 2010 um 06:28

    Das besste währe wenn wir alle einfach keine müller produkte kaufen. Super Text !


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