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„Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“

Im „Krieg gegen den Terror“ gibt es auch Gewinner. Im Jahr 2008 zählte die deutsche Rüstungsindustrie zu den Profiteuren der weltweiten Militärinterventionen, die von den USA nach den Anschlägen des 11. September 2001 gegen sogenannte Schurkenstaaten oder islamistische Gruppen forciert wurden. Die Daten zu den deutschen Ausfuhren zeigten, „dass die bis heute andauernden militärischen Auseinandersetzungen auch für deutsche Rüstungsexporteure neue Geschäfte nach sich ziehen“, heißt es im Rüstungsexportbericht 2009. Der Report wurde am Montag in Berlin von der „Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung“ (GKKE) vorgestellt. Die Organisation, ein Zusammenschluß des evangelischen Entwicklungsdienstes und der katholischen Kommission »Justitia et Pax«, beruft sich dabei auf offizielle Zahlen der Bundesregierung.

Demnach genehmigte die damalige Koalition aus CDU/CSU und SPD 2008 Waffenexporte im Wert von 5,78 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung um 36,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2007 konnten deutsche Firmen, wie Rheinmetall, Krauss-Maffei oder die Kieler Werft HDW Waffentechnik für etwa 3,7 Milliarden Euro ins Ausland verkaufen. Mit zehn Prozent aller internationalen Rüstungsexporte ist Deutschland – hinter den USA und Rußland – weiterhin weltweit drittgrößer Waffenexporteur. Insgesamt über 16000 Einzelgenehmigungen erteilte die Regierung im vergangenen Jahr; 113 Anträge wurden abgelehnt.

Exportschlager sind vor allem U-Boote und Panzer. So lieferten deutsche Firmen Kriegsschiffe für knapp 1,7 Milliarden Euro ins Ausland; etwa 1,3 Milliarden Euro verdienten die Unternehmen am Export von Panzern. Die Militärtechnik wurde mit Zustimmung der damaligen Bundesregierung auch in Krisenregionen eingesetzt. Laut GKKE-Bericht sind die Rüstungsgüter in 41 Staaten mit „prekärer Menschenrechtslage“ und in 24 Staaten mit schweren Gewaltkonflikten exportiert worden. So gingen Waffen für rund 170 Millionen Euro an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate durften für 142 Millionen Euro auf Einkaufstour gehen. »Wer regionalen Rüstungsspiralen im Nahen und Mittleren Osten entgegentreten will, sollte nicht mit Geschäften deren Dynamik antreiben«, kritisierte der GKKE-Vorsitzende Karl Jüsten. Doch auch in andere Krisenregionen durften deutsche Waffen geliefert werden. Indien und Pakistan, die seit Jahrzehnten um die Grenzregion Kaschmir kämpfen, gaben 52 Millionen bzw. 93 Millionen Euro für Militärtechnik „­Made in Germany“ aus. Die afghanische Regierung investierte 33 Millionen Euro in Kriegsgerät; Israel 25 Millionen. Nur knapp die Hälfte aller Transfers ging an EU- oder ­NATO-Staaten. 2007 waren es noch über 66 Prozent. Die meisten Waffen kaufte Südkorea. Das asiatische Land orderte für 1,87 Milliarden Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA (509,5 Millionen Euro) und Großbritannien (398,7 Millionen Euro). An dieser Politik wird sich nach Ansicht der Kirchen auch unter der „schwarz-gelben“ Regierung wenig ändern. „Der Koalitionsvertrag ordnet die Rüstungsexportthematik in den Kontext der Außenwirtschaftspolitik ein“, monierte Jüsten. Statt sich auf Friedens- und Entwicklungspolitik zu konzentrieren, wolle sich die neue Regierung unter dem Stichwort „Faire Regeln für die Weltwirtschaft“ gegen Wettbewerbshindernisse für deutsche Rüstungshersteller einsetzen.

Quelle gesamter Text: irib.ir

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3 Responses to “„Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“”


  1. 16. Dezember 2009 um 17:52

    hey,

    nicht nur panzer und u-boote

    fast unbemerkt steigt die Ausfuhr kleiner und leichter Waffen.
    so hatten die georgier bei ihrem überfall auf südosetien die G36 von Heckler & Kocham start, welche offiziell nur an die nato verkauft wird. keiner weiss, wie die waffen nach georgien kamen. gääähnn… ja klar… völlig unerklärlich 😛

    und dann immer das geblubber: „Wir liefern nicht an Konfliktgebiete“

    wirklich, eigtl. ist die heuchlerei unserer oberen doch gar nimmer zu toppen… und trotzdem schaffen sie es immer wieder…!

    http://www.sueddeutsche.de/politik/71/450788/text/

  2. 26. Oktober 2010 um 09:38

    Eine Tragödie fand am Wat Pathumwanaram. In DEM Tempel Hatten Rüde Hundert, Andere Quellen Sprechen von mehreren Tausend, Menschen Vor dem Kugelhagel Schutz gesucht. Im Tempel, mehrere hundert, hatten andere Quellen sprechen von mehreren tausend Menschen suchten Schutz vor dem Kugelhagel. Nachdem Das Militaer den Tempel eingekreist had, wurde äh 20.54 Ortszeit ueber Twitter Ein Notruf abgesandt. Nach der militärischen Tempel umgeben hatte, wurde ab um 20:54 Uhr Ortszeit auf Twitter, einen Notruf gesendet.

  3. 25. November 2010 um 04:32

    Jede Waffe, die gemacht wird, jedes Kriegsschiff ins Leben gerufen, jede Rakete abgefeuert bedeutet in der endgültigen Sinn, einen Diebstahl von denen, die hungern und nicht gespeist, diejenigen, die kalt sind und nicht bekleidet. Diese Welt in Waffen ist nicht Geld allein. Es verbringt den Schweiß ihrer Arbeiter, das Genie ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen seiner Kinder. Dies ist nicht ein Weg des Lebens überhaupt in irgendeiner eigentlichen Sinne. Unter den Wolken des Krieges ist es der Menschheit am Kreuz hängt von Eisen.


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