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TOR – Eine „Waffe“ für Bürger im Informationskrieg gegen staatliche Zensur

TOR (The Onion Router) ist die beste Software um anonym und sicher auf das Internet zuzugreifen.

Die Idee für dieses Open Source Projekt ist bereits über 10 Jahre alt. Die ursprüngliche Entwicklung erfolgte für die U.S. Navy um die Kommunikation der US-Regierung zu schützen. Heutzutage finanziert sich das Projekt ausschließlich durch Spenden und wird täglich von mehr als 300.000 Menschen weltweit genutzt, Tendenz steigend.

Da die Software unter der freien BSD-Lizenz steht, ist der Quell-Code jedem frei zugänglich. Somit wird gewährleistet, dass es keine Backdoor (Hintertür) gibt und keine Interessen Dritter vertreten werden.

Im Gegensatz zu anderen Anonymisierungsdiensten gibt es bei TOR keinen zentralen Knotenpunkt, wie es bei den verschiedenen einfachen Proxy-Diensten im Internet der Fall ist. Vielmehr nutzt TOR die Internetverbindung seiner Nutzer untereinander um die Datenübertragung, jeweils über mehrere Stationen hinweg, zu verschleiern. Dadurch wird es nahezu unmöglich für staatliche Behörden Profile über das Surfverhalten anzufertigen oder Daten zu entschlüsseln.

Im Dezember 2009 hielt Roger Dingledine (Projektleiter) auf dem Chaos Communications Congress 2009 einen Vortrag zum Thema TOR. Er beschreibt die Software ausführlich, geht auf Probleme ein und zeigt die Zukunft des Projekts auf.


Der Vortrag als .mp4 Datei in besserer Qualität

Ein deutsches Video mit Grundlagen zum TOR-Netzwerk finden Sie hier.

Wer nutzt Anonymisierungsdienste wie TOR im Internet, sind das nicht alles Pädophile?

Nein! TOR wird von einer großen Zahl verschiedener Anwender genutzt und genau darin liegt die Stärke der Software. Würden lediglich einige wenige Interessensgruppen TOR benutzen, ließe sich bei Benutzung des Programms im Umkehrschluss darauf schließen, dass man einer solchen Interessensgruppe angehört.

Potentielle TOR-Nutzer mit besonderem Interesse am Schutz von Privatsphäre und Sicherheit im Internet sind:

  • Journalisten/Blogger, um sicher mit Ihren Quellen zu kommunizieren und sensible Themen zu recherchieren
  • Bürger in Zensur-Ländern wie China, Iran, Thailand, Dänemark, Australien, England, Kanada, Frankreich, Irland, Norwegen, Italien, Schweiz, Malta, Holland, Polen, Schweden, Spanien, … bald auch bei uns;
  • Firmen, bei der Durchführung von Wettbewerbsanalysen und um sensible Beschaffungsvorgänge gegen Lauscher zu schützen
  • Militär und Geheimdienste, für Kommunikation über Ländergrenzen hinweg
  • Regierungen, um sich vor Traffic-Analysen anderer Staaten zu schützen
  • Menschenrechtsaktivisten, um anonym über Verbrechen aus Gefahrenzonen zu berichten
  • uvm.

Ist man erst einmal mit dem TOR-Netzwerk verbunden, überwindet man selbst die stark zensierende Firewall der Volksrepublik China. Allerdings wird an dieser Front ein heftiger Kampf geführt um den Zugang zum TOR-Netzwerk zu verhindern. Während im Iran das Internet im „Notfall“ auch einfach mal abgeschaltet wird, muss China andere Wege gehen … die können sich das nämlich schlichtweg nicht leisten. So wurden am 24. September letzten Jahres mehr als 15000 öffentliche TOR Server in China gesperrt, sodass es nicht mehr möglich war eine Verbindung zu TOR aufzubauen.

Aber mit diesem Schritt hatte man gerechnet und binnen weniger Tage hatten wieder mehr als 30.000 Chinesen über sogenannte TOR-Bridges Zugriff auf das freie Internet. Diese Brücken-Server sind TOR-Server, die nicht im öffentlichen Verzeichnis aufgelistet sind. Jeder kann mithelfen und ohne das Risiko rechtlicher Folgen eine TOR-Bridge betreiben und somit anderen als Einstiegspunkt zum TOR-Netzwerk dienen um Zensur zu umgehen.

Wir stehen hier alle in der Verantwortung unseren Beitrag in diesem Informationskrieg zu leisten. Wie in jedem Krieg üblich, liefert Deutschland auch hier Argumente und Waffen! Wir liefern Argumente an Länder wie China, indem wir in der westlichen Welt zu denselben Mitteln greifen um unliebsame Inhalte zu zensieren. Unsere Kritik z. B. an der Nichteinhaltung von Menschenrechten verpufft, weil die Doppelmoral unserer Politiker einfach zu offensichtlich ist. Wir liefern Informationskriegswaffen, Firmen wie Siemens verkaufen neueste Hardware und Software an Länder wie Iran. Unter den Begriffen „Intelligence Platform“ & „Lawful Interception“ findet man diese maßgeschneiderten Produkte.

Um weiterhin einen Schritt voraus zu sein ist es unerlässlich, dass Informationen von Firmen und Regierungen, z. B. Strategiepapiere, zum Thema Internetzensur an die Öffentlichkeit gelangen. Wer Zugang zu solchen Informationen hat, https://secure.wikileaks.org/ & http://www.whistleblowers.org helfen euch bei der Veröffentlichung.

Jeder hat die Möglichkeit zu helfen! Entweder betreibt man einen Brücken-Server, und/oder spendet Geld um das Projekt weiter zu entwickeln! Zurzeit ist das Surfen über TOR viel zu langsam, je mehr mitmachen umso schneller und sicherer wird es!

Torproject.org

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